Gewaltprävention


 
                             Die böse, gefährliche Hexe Paniersschreck aus dem Keller der Paniersschule

Der Mitmach-Elternabend Freitag 30. Mai 2008  in unserer Turnhalle im Erdgeschoss war gut besucht!
(Fotos siehe unten).




Unter dem Motto "Mobbing? Gewalt? -  Nicht mit mir! Nicht bei uns!" steht eine Gewaltpräventionswoche an der Grundschule Paniersplatz vom 2. bis 6. Juni 2008. "Das können aber nur starke, selbstbewusste Kinder von sich sagen. Wir wollen unsere Schüler dabei unterstützen, das nötige Selbstwertgefühl zu erlangen und in brenzligen Situationen sicher und richtig zu handeln", sagt Schulleiterin Siglinde Bartel.

Im Rahmen des Schwerpunkts "Bewegung und Sport" wird  eine Gewaltpräventionswoche für alle Klassen durchgeführt werden. Die Kinder können dadurch eine Stärkung ihrer Persönlichkeit und ihres Selbstbewusstseins erfahren, sowie einfache Techniken der Selbstverteidigung praktisch ausprobieren.

Während des Mitmach-Elternabends am Freitag, 30.Mai 2008, von 17.30 Uhr bis 19 Uhr in der Turnhalle der Grundschule Paniersplatz werden die Eltern über die Ziele der Präventionswoche informiert, für das Thema sensibilisiert und können selbst richtiges Verhalten in kritischen Situationen üben.

Amtliche Information des Amtes für Volksschulen und Förderschulen der Stadt Nürnberg / Stadt Nürnberg Nachrichten aus dem Rathaus
 





 
Geplantes Programm des Mitmach-Elternabendes


- Das Thema Gewalt erreicht alle Kinder, auch wenn sie bisher (noch) nicht persönlich  
  damit konfrontiert wurden; dies wird durch Medien, Nachbarn und Schule einfach nicht
  ausbleiben. Sie entspricht "dem Denken unserer Welt, dass der Stärkere sich durchsetzt
  und nimmt, was er will". Es ist eine Illusion zu glauben, man könne die eigenen Kinder auf
  "einer Insel der Glückseligen"erziehen. Daher ist unsere Strategie, aktiv Themen 
  aufzugreifen und versuchen deren Richtung positiv zu verändern!
  Die Beschäftigung mit dem Thema Gewalt im Rahmen des Faches Sporterziehung
  bedeutet nicht eine Erziehung zu Raufbolden.  -  Ein zentrales Anliegen der
  Gewaltpräventionsarbeit der Grundschule Paniersplatz - Bewegung und Sport - ist immer
  die Reflexion: Ist die Anwendung körperlicher Gegengewalt in einer ganz speziellen
  Situation überhaupt notwendig? - Welches ist die sanfteste mögliche Gegenmaßnahme,
  die nötig ist sich der Situation zu entziehen? - Was erlaubt der Gesetzgeber?

-
Gesetzliche Grundlagen

- Erste Verteidigungsmaßnahme: Einfach nur Weglaufen!

- Aber wenn das nichts hilft: Vorführung einzelne Sequenzen aus Lehrfilmen.

- Vorstellung des differenzierenden Konzeptes für "kleine" und "große" Kinder: Die böse
  Hexe Paniersschreck, die Herrn Hausmeister Kurt Schmidt im Keller das Leben schwer
  macht. - Der Aggressor als fiktive menschliche Person.

- kontrolliertes Hinfallen = Selbstschutz

  Die Fallschule: - fallen vorwärts
                         - fallen rückwärts
                         - fallen seitwärts jeweils mit Übung der sportlichen Praxis
  

  Nur ein unverletzter Verteidiger ist überhaupt in der Lage sich zu wehren!

- Einführung in das kontrollierte, gezielte Treten: Fußtritt

- Einführung in das kontrollierte, gezielte Schlagen: Fauststoß

- Zweck des Schreiens: Kampfschrei

- Ausweichen: Einführung in die Technik des Handfegens

- Demonstration von ausgewählten Techniken in Zeitlupe mit Hilfe von "freiwilligen
  Angreifern" aus der Elternschaft:

  • Verteidigung gegen Treten
  • Verteidigung gegen Handfassen
  • Verteidigung gegen Handgelenkfassen
  • Verteidung gegen "Griff ans Revers" mit Schieben des Angreifers
  • Verteidung gegen "Griff ans Revers" mit Ziehen des Angreifers
  • Verteidigung gegen Schwitzkasten
  • Verteidigung gegen Würgen von vorne
  • Verteidigung gegen Würgen von der Seite
  • Verteidigung gegen Würgen in der Bodenlage; der Angreifer sitzt auf dem Brustkasten

 








              kontrolliertes Fallen machte den Eltern Spaß         auch die Eltern mussten üben, was ihre Kinder lernen







     Vorbereitung für das Fallen rückwärts aus dem Sitzen                         stabiler Stand ist Voraussetzung








                                                                   ... noch lacht die "böse Hexe"






            denn sie hat                             keine Vorstellung,                      wie so was enden kann!

                                                                                                                                                                                                                           






       ... unermüdlich versucht es Frau Haberkorn,                                  diesmal mit Schwitzkasten!

                                                      Deshalb wurde vorher auch das Fallen geübt! 



    ... ein "richtigerMann" muss jetzt würgen in der Bodenlage

                                                                        ... und ist ebenfalls chancenlos!







 
Auch Fallen ist wichtig 
Gewaltprävention an der Paniersplatz-Grundschule
Nürnberger Stadtanzeiger Ausgabe Nord  23.07.2008 
ALTSTADT –               Beim zweiten Mitmach-Sportabend der Grundschule Paniersplatz sind interessierten Eltern einfache Techniken der Selbstverteidigung nahe gebracht worden.

Elegant lässt sich der Sportlehrer nach vorne fallen – blitzschnell rollte er dann über den Boden der Turnhalle und steht sofort wieder auf beiden Füßen. Was er den Teilnehmern demonstriert, sind Grundtechniken aus der Fallschule der Sportart Judo.

«Das hat zwar mit Selbstverteidigung direkt noch nichts zu tun, ist aber enorm wichtig, um sich nicht schwer zu verletzen. Entscheidend ist, dass man nicht auf den Kopf fällt, denn das kann draußen auf dem Asphalt lebensgefährlich sein.»

Noch einen weiteren Aspekt der Fallschule erklärt der Sportlehrer, der früher selbst Kampfsport betrieben hat, seinen Zuhörern: «Man kann einen Angreifer schon schwer damit beeindrucken, dass man überhaupt wieder schnell auf die Beine kommt!» Als nächstes bekommen die Eltern ausgiebig Gelegenheit, auf weichen Sportmatten ihre eigene Fallkunst zu üben. Anfangs sind die meisten noch etwas zögerlich, aber schon bald stellt sich der Spaß ein, und es wird fleißig herumgerollt.

In erster Linie geht es bei der Selbstverteidigung natürlich darum, sich erfolgreich gegen einen Angriff zur Wehr zu setzen. Deshalb demonstriert der Lehrer den Eltern grundlegende Schlag- und Tritttechniken. Unter anderem ist zu beachten, wohin man im Ernstfall schlägt beziehungsweise tritt, wie man richtig eine Faust macht und worauf es bei der Deckung ankommt. Am wichtigsten sei es jedoch, dem Gegner keine Schwäche zu zeigen, um erst gar nicht in dessen Opferschema zu passen.

Beim anschließenden Schlagtraining zeigt sich, dass noch nicht alle Eltern dies verinnerlicht haben: Besonders einige der Mütter gehen eher zaghaft auf die Übungsgeräte los. Für den Profi  ist ohnehin «davonlaufen» der beste Weg zur Verteidigung: «Wenn Sie nicht mehr vor Ort sind, haben Sie automatisch die Gefahrensituation überwunden!»

«Genau diese Einstellung wollen wir unseren Schülern mit auf den Weg geben», erläutert Schulleiterin Siglinde Bartel das Ziel der Aktion «Gewaltprävention». Um Missverständnisse von vornherein zu vermeiden, fügt sie hinzu: «Es geht nicht darum, Raufbolde heranzubilden. Wir möchten mit den Kindern über das Thema Gewalt diskutieren und ihnen für den Notfall eine Trumpfkarte in die Hand geben.»

Fallschule und Verteidigungstechniken werden mit den Jahrgangsstufen 1 bis 3 eher spielerisch geübt, lediglich die Viertklässler sollen ein ernsthafteres Programm absolvieren. Dabei kommen auch rechtliche Fragen nicht zu kurz - also etwa, ab wann ein Angriff als solcher zu sehen ist und welche Mittel zur Verteidigung eingesetzt werden dürfen. «Unser Hauptziel besteht aber darin, das Selbstbewusstsein der Kinder sowie ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken», erklärt Bartel. Finanziert wird die Aktionswoche vom Nürnberger Bündnis für Familie.

«Regelmäßig trainieren»

Zum Abschluss des Mitmachabends sucht sich der Sportlehrer unter den Eltern ein «Opfer» aus. Die ausgewählte Dame spielt einen potenziellen Angreifer, gegen den er sich mit verschiedenen Techniken zur Wehr setzt. Sein Fazit: «Natürlich konnten wir nur einen knappen Einblick in das Thema bieten. Auch den Kindern werden wir nur die wichtigsten Grundtechniken beibringen können.» Deshalb, so der Sportlehrer weiter, könne er nur empfehlen, sich bei einer seriösen Kampfsportschule anzumelden, um sich gegen mögliche Angriffe zu wappnen. Für welche Sportart man sich letztlich entscheide, hänge von der persönlichen Vorliebe ab. Klar sei: «Regelmäßiges Training ist einfach unerlässlich.»

Marco Mora



28.07.08 - Eine Information der Grundschule Paniersplatz - Bewegung und Sport -